Warum hast du dich entschieden, Designerin zu werden?
Schon als Kind war ich neugierig auf die Gegenst�nde um mich herum. Inspiriert von meinem Vater erinnere ich mich daran, wie er undefinierbare Dinge baute, die am Ende immer eine klare Funktion hatten.
Das Produktdesign hat mich wegen seiner F�higkeit fasziniert, �sthetik, Funktionalit�t und Empathie zu vereinen. Ich liebe die Vorstellung, dass alles zu L�sungen f�hrt, die das Leben ver�ndern, Verhalten beeinflussen und sogar Gef�hle hervorrufen. Diese menschliche, einf�hlsame Antwort ist es, was mich als Designerin antreibt.
Wo findest du deine Inspiration? (f�r den Entwurf des Wettbewerbsstuhls)
Ich lasse mich stark von der Natur inspirieren, insbesondere von flie�enden und organischen Formen. Bei der Aura wollte ich diese nat�rliche Harmonie widerspiegeln.
Sie wurde entworfen, um eine starke visuelle Pr�senz zu haben, einladend und sanft im Griff, Neugier zu wecken. So wie in der Natur Form und Funktion in perfekter Harmonie koexistieren, wollte ich dieses Prinzip in das Design �bertragen und einen Stuhl schaffen, der den Nutzer auf nat�rliche und flie�ende Weise empf�ngt.
Wie sieht dein kreativer Prozess aus?
Ich interessiere mich sehr f�r Natur und Bionik � f�r organische Formen, intelligente Strukturen und daf�r, wie in der Natur alles Funktion und �sthetik harmonisch vereint.
Mein kreativer Prozess beginnt mit Beobachtung und Kontextrecherche. Ich arbeite stark nutzerzentriert, analysiere das Umfeld, erkenne Bed�rfnisse oder W�nsche und lasse intuitive Ideen entstehen � immer begleitet von einer Validierungsphase.
Wenn m�glich, hole ich das Feedback der Zielgruppe ein, da es wertvolle Perspektiven bietet.
Ich glaube, dass Design Bedeutung und Absicht haben sollte. Jedes Projekt ist auch ein Akt der Empathie � sich in andere hineinzuversetzen und sich vorzustellen, wie das Produkt erlebt wird.
Welche Auswirkungen hatte der Gewinn des ESAD-Wettbewerbs?
Der Gewinn war eine gro�e Motivation und eine Best�tigung meiner Arbeit.
Mit Aura hatte ich die M�glichkeit, alle Projektphasen zu begleiten � vom Konzept bis zur Produktion � und an Messen wie dem Salone del Mobile in Mailand teilzunehmen, wo ich wertvolles Feedback erhielt.
Es war ein Meilenstein in meiner Laufbahn als Designerin, der meine Begeisterung f�r M�bel weiter gest�rkt hat.
Was ist f�r dich das wichtigste Merkmal beim Entwurf eines Stuhls?
F�r mich sind Ergonomie und die Einbindung in die Umgebung entscheidend.
Bei Aura war die Balance zwischen Komfort und Stil das Ziel � ich wollte, dass der Nutzer sich sowohl k�rperlich als auch emotional angesprochen f�hlt.
Zudem ist eine stimmige �sthetik im Kontext der Nutzung unerl�sslich. Auch m�ssen anspruchsvolle Nutzungsszenarien vorausgedacht werden, um Stabilit�t, Widerstandsf�higkeit und Langlebigkeit sicherzustellen.
Warum ist es wichtig, dass Studierende die Fabriken von Herstellern besuchen?
Weil es uns der Produktionsrealit�t n�herbringt.
Materialien, Maschinen, Prozesse und die Menschen vor Ort zu sehen, ver�ndert unser Verst�ndnis f�r Design. Man erkennt, dass nicht alles machbar ist und Kompromisse n�tig sind.
Technische Grenzen zu verstehen und Projekte entsprechend anzupassen, ist entscheidend. Diese N�he f�hrt zu bewussteren Designern und besseren Ergebnissen.
Was glaubst du, ist die Zukunft des Designs? Oder die n�chste gro�e Entwicklung?
Ich denke, dass Design eine immer gr��ere Verantwortung tragen wird � �kologisch und sozial.
Technologie, insbesondere K�nstliche Intelligenz, wird eine wichtige Rolle spielen, da sie Prozesse optimieren kann.
Wichtig ist dabei, dass man sie sinnvoll einsetzt � ohne dabei Intuition und den kritischen Blick des Designers zu verlieren.
Welches Projekt war bisher deine gr��te Leistung?
Ganz klar: Aura.
Dass es sogar eine zweite Version gab, die ebenfalls gut ankam � z. B. auf dem Salone del Mobile in Mailand und der HD Expo + Conference � war f�r mich eine gro�e pers�nliche und berufliche Errungenschaft.
Die Produktion zu begleiten, professionelles Feedback zu erhalten und die St�cke auf international bekannten Messen zu pr�sentieren, war eine pr�gende Erfahrung.
Ich bin echten Herausforderungen begegnet, habe Kompromisse geschlossen und viel gelernt � �ber Design und �ber mich selbst.
Wo siehst du dich in 10 Jahren?
Ich w�rde sehr gerne im Bereich M�bel arbeiten � wohin genau die Reise geht, wei� ich noch nicht.
Was ich aber wei�, ist, dass ich weiter wachsen m�chte � pers�nlich und beruflich, mit Ehrgeiz und Hingabe.
Dieses Streben nach Weiterentwicklung ist mein t�glicher Antrieb.
Egal wie der Weg aussieht: Ich m�chte mit Sinn gestalten, mich weiterentwickeln und im Alltag der Menschen etwas Positives hinterlassen.